Mit der grünen Wirtschaft in eine bessere Zukunft

Die Volksinitiative der Grünen Partei, welche fordert, dass die Schweiz bis 2050 anteilsmässig nicht mehr Ressourcen beanspruchen soll, als auf der Erde vorhanden sind, erscheint vielen extrem. Gegner der Initiative sprechen von "grünem Zwang" und beschwören Horrorszenarien herauf, wo die Grünen dem Volk Cervelats verderben wollen und heisses Wasser verboten werden soll. Dieser Alarmismus zeigt, dass es ihnen an stichhaltigen Argumenten fehlt.  

Die Grundlage dieser Initiative ist zugleich simpel, unwiderlegbar wahr und für viele unangenehm: Die Erde gibt es nur einmal und wenn wir ihre Ressourcen erschöpft haben, können wir als Spezies, geschweige denn als Zivilisation, nicht weiterexistieren. Man ist sich – mit Ausnahme einiger Realitätsverweigerer – einig, dass man dafür sorgen muss, dass nicht mehr natürliche Ressourcen verbraucht werden, als es gibt. 

In diesem Bestreben steht die Schweiz im internationalen Vergleich nicht besonders gut da. EinE durchschnittlicheR SchweizerIn beansprucht mit ihrem/seinem Verbrauch die Rohstoffe von 3.3 Erden, während der Weltdurchschnitt bei 1.6 liegt. Auch diejenigen in der Schweiz, die versuchen die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten, verbrauchen in der Regel mehr, als zur Verfügung steht.

Die Gegenkampagne, welche die Initiative als "grünen Zwang" darstellt und behauptet, ihre Umsetzung würde dazu führen, dass die EinwohnerInnen der Schweiz auf Komfort verzichten müssen, hat in beiden Fällen Unrecht.

Denn die Begrenzung des Verbrauchs auf ein nachhaltiges Niveau ist, wie ich oben bereits angesprochen habe, keine Zwängerei, sondern blosser Selbstschutz. Bereits am 08. August hat die Menschheit die ihr für ein Jahr zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht, 5 Tage früher als letztes Jahr und 12 Tage früher als 2014. Der verschwenderische Umgang mit den Rohstoffen nimmt also sogar noch zu!

Und während wir jetzt in Saus und Braus leben, nehmen wir den nachkommenden Generationen die Ressourcen weg. Und das, obwohl man eben auch problemlos anders könnte, wenn man wollte. Natürlich setzt das voraus, dass wir unseren Fleischkonsum drosseln, in den Bereichen Industrie und Wohnen in neue umweltfreundliche Technologien investieren und dafür sorgen, dass neue Anlagen und Bauten diese dann auch einsetzen. Diese Investitionen kosten natürlich, aber unseren Lebensstandard wird es kaum beeinträchtigen.

Wer sich vor einen grünen Diktatur fürchtet, braucht nur den Initiativtext durchzulesen. Dieser ist offen formuliert und beinhaltet ausser des Ziels ("Bis ins Jahr 2050 wird der «ökologische Fussabdruck» der Schweiz so reduziert, dass er auf die Weltbevölkerung hochgerechnet eine Erde nicht überschreitet.") keine genau definierten Massnahmen. Der Text gibt den Auftrag, dass Bund, Kantone und Gemeinde eine "nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft an[streben]". Wie sie das tun wollen, ist weiterhin ihnen überlassen.

Weiterhin möchte die Initiative verschiedene Massnahmen in die Verfassung schreiben, die der Bund zum Erreichen des Ziels verwenden kann. Diese Massnahmen unterstehen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene selbstverständlich der demokratischen Kontrolle. Die grüne Diktatur stellt sich so schnell als grüne Demokratie heraus, welche unsere Zukunft und die unserer Nachkommen sichert.

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